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Yoga in Indien – Teil 5: I’m a yogini – not a worm

Gepostet am Mrz 2, 2017 von in Allgemein, Reise, Yoga | 3 Kommentare

Ich schaue zwischen meinen Knien hindurch zu Sarah, die hinter mir gerade ihre Arme in die Höhe streckt. Ich muss lachen. Aus dem „Herabschauenden Hund“ wird ein buckliger Käfer. Lachkrampf. Und keine Ahnung warum. Denn irgendwie ist dieser Tag gar nicht so witzig. Es heißt Abschied nehmen. Nach vier Wochen Yoga-Lehrer-Ausbildung mit fremden Leuten von überallher, die meine Freunde geworden sind. Abschied nehmen von einem wunderbar bunten und lauten Land, das gleichzeitig so beruhigend ist. Abschied nehmen von vier fantastischen Lehrern, die zeigen, dass Yoga nicht nur Om ist. An diesem letzten Morgen im Yoga-Raum wird uns irgendwie klar, dass wir in kurzer Zeit wahnsinnig viel über uns, über Yoga, übers Atmen und über das Fassungsvermögen des Magens gelernt haben – Erdnussbutter-Toast, Porridge und Ingwer-Zitronen-Honig-Tee schmecken halt einfach zweimal gut, nach zwei Stunden Yoga frühmorgens.

Frauenprobleme und das Verdauungssystem

Die letzten vier Wochen waren: viel Yoga, viel Zähne zusammenbeißen, viel lachen, viel Erdnussbutter, viel Ginger-Lemon, viel Gehupe, viel Gemuhe, viel Affengeschrei, viele Gespräche – ich habe selten so viel über Frauenprobleme, unterschiedliche Verdauungsprozesse und die Bristol-Stool-Scale (Anm.d.Red.: lieber nicht Googlen…) geredet. Klingt irgendwie nach Darüber-Sollte-Man-Besser-Nicht-In-Einem-Blog-Schreiben. Jedoch spiegelt das eigentlich genau Yoga wider. Denn es geht ums Auf-den-Körper-Hören und eben nicht darum, sich in komische Posen zu begeben, sondern darum, diese so intensiv zu machen, wie es der Körper zulässt. Beispiel Hinterer Oberschenkel: Nicht jeder kann im Stand seine Zehen berühren – macht auch nix. Nur heißt es dann eben: Langsam üben. Mit Blöcken, Gurten und was auch immer. Vor allem ist das Training für den Kopf. Denn das Hirn hätte den Körper oftmals lieber in Jogginghose auf dem Sofa als auf der Matte. Rückblickend muss ich sagen, dass das die eigentliche Herausforderung für mich war: das Hirn. Denn nach einigen Stunden Yoga schmerzen die Oberschenkel schon mal ein wenig und eine innere Stimme ächzt nach Pause. Gnade? Die kennt unser Yoga-Lehrer nicht. Beziehungsweise sagt er: „Wenn dein Verstand aufhören will, beginnt die Yoga-Pose.“ Ich habe dann irgendwann angefangen, mir den „Schmerz“, der oftmals nur Bequemlichkeit ist, abzugewöhnen… Jeder hatte da so seine Methoden: Julie aus Seattle – „Stell dir einfach vor, der Muskel wird warm.“ Oder um es mit den Worten von Mr. Yoga zu sagen: „Be a Yogi – not a worm“.

Der Tagesablauf des Teacher-Trainings

6.00 Uhr: Aufstehen
6.30 Uhr: Aufwärmen
7 bis 9 Uhr: Yoga Asanas
9 bis 10 Uhr: Frühstück
10 bis 11 Uhr: Asanas in der  Theorie
12.15 bis 13.15 Uhr: Anatomie
16 bis 18 Uhr: Vinyasa Yoga
18 bis 19.30 Uhr: Philosophie und Pranayama

Als ich vor vier Wochen am Flughafen saß und nicht recht wusste, ob ich das jetzt gut finden soll, was da auf mich zukommt, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich gerne noch ein bis fünf Monate länger an demselben Ort mit dem selben Tagesablauf bleiben möchte. Irgendwie hab‘ ich mich recht viel damit beschäftigt, wie oft ich wohl verschlafen werde – 6 Uhr morgens ist halt so gar nicht meine Zeit. Jetzt weiß ich: Ist sie doch. Vor allem die perfekte, um Yoga zu machen. Es hat einen Indien-Aufenthalt gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass meine Yoga-Praxis (spät abends nach dem Arbeiten mit Loch im Magen) irgendwie wenig entspannt ist.

Und wie geht es jetzt weiter?

Um erneut Mr. Yoga zu zitieren: „Always be a student.“ Und das werde ich jetzt auch sein. Will mehr lernen über Yoga. Und vor allem: üben, üben, üben. Und vielleicht gibt’s ja irgendwann Indien – die Zweite…

—– Wer wissen will, welche Yoga-Schule ich besucht habe: Einfach eine Nachricht bei Facebook hinterlassen oder Mail an info@wampediboo.de —–

3 Kommentare

  1. Gratulation und willkommen Zuhause!
    – Always be a student- so ist es, ist.

    Ich freue mich schon auf die erste Yogastunde in deiner Runde.

  2. Ich bin auch dabei – wann geht es los?! 🙂

    • Spontanes drop-in möglich 🙂

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