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Interviewoo mit wampediboo: Triathletin Liz Kellerer

Gepostet am Apr 23, 2017 von in Allgemein, Gesundheit, Yoga | Keine Kommentare

Neun Kilometer schwimmen, 40 Kilometer joggen und 150 Kilometer Radfahren. Was andere in einem ganzen Jahr nicht schaffen und eher als Qual empfinden, macht Liz Kellerer in einer Woche und das auch noch liebend gern. Training heißt das Ganze bei der Wahl-Tübingerin, die aus Memmingen kommt, sich aber als Ulmerin bezeichnen würde. Die 23-Jährige ist leidenschaftliche Triathletin und hat sich ganz dem Sport verschrieben. Das teilt sie zudem mit über 40.000 Instagram-Followern. Was sie antreibt, weshalb Berge ihren Oberarm zieren und warum sie zum Yoga gezwungen werden musste, erzählt sie im Interviewoo mit wampediboo.

Bei all den Stunden, die du auf der Straße oder im Schwimmbecken verbringst – mal ehrlich: schläfst, isst und studierst du eigentlich noch?
Liz: (lacht) Ja. Anfangs dachte ich aber auch: Wie soll ich das alles schaffen?! Der Trainingsplan klingt zwar krass, aber er ist abwechslungsreich und auch regenerativ, weil man ja auch mal langsamer Rad fährt, um die Ausdauer zu trainieren. Es geht ja um die Qualität des Trainings, nicht um die Quantität.

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, so intensiv Sport zu treiben?
Liz: Also Sport haben alle in meiner Familie eigentlich schon immer gemacht. Meine Mama läuft selbst Marathon. Als ich elf war, hat sie mich zum Spaß beim Fünf-Kilometer-Lauf in Ulm angemeldet. Das Jahr darauf bin ich dann auch wieder gelaufen. Mit 19 bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen, mit 20 meinen ersten Marathon und danach habe ich begonnen, mich auf den Triathlon zu konzentrieren.

Warum Triathlon?
Liz: Ich mag die Abwechslung aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Wenn man sich mal nicht nach Laufen fühlt, dann geht man halt Radfahren. Und mir tut‘s auch einfach gut, wenn ich nicht nur laufe.

Wann war dein erster Triathlon?
Liz:
2013 in Ulm. Da hab ich mich einfach mal angemeldet
und habe gar nicht dafür trainiert. Hatte da auch noch kein Rennrad. Bin da mit einem richtig, richtig lustigen, alten Oma-Fahrrad ohne Gänge mitgefahren. Ich wusste ja gar nicht, was mich da erwartet. Bin da auch Brust geschwommen und so ziemlich als Letzte aus dem Wasser gestiegen. Das Jahr darauf habe ich dann schon an der oly
mpischen Distanz teilgenommen, also zehn Kilometer Laufen am Ende. Und so ging‘s dann weiter. So richtig habe ich es erst 2016 angefangen. Da habe ich gemerkt: Da geht was. Das ist schon krass, wenn man sieht, was man durch richtiges Training erreichen kann.

Wie meinst du das?
Liz: Letztes Jahr habe ich erst so richtig angefangen, zu trainieren. Im Dezember 2015 hat der Triathlet Robin Schneider ein Trainingspaket bei Facebook verlost – vier Monate mit intensiven Übungsplänen. Das habe ich gewonnen. Er hat mir da mega geholfen. In diesem Jahr bin ich so viel geschwommen, wie noch nie in meinem Leben – 250 Kilometer.

Wie schaut denn genau deine Trainingswoche aus?
Liz: Zwei bis drei Schwimmeinheiten, drei- bis viermal Laufen und genauso oft Radfahren. Dazu noch Stabilitätstraining und Kraftaufbau. Ich mache so ungefähr zwölf Stunden Sport in der Woche. Aber aktuell ist es weniger.

Warum?
Liz: Ich war verletzt, hatte einen Kreuzbandanriss im rechten Knie. Wo genau das passiert ist, weiß ich nicht. Vielleicht mal beim Joggen im Wald. Aber gemerkt hab‘ ich das nicht. Irgendwann hat es halt im Knie gezwickt. Aber als Sportler zwickt halt immer irgendwas. Dann dachte ich, das wird schon irgendwie wieder gehen. Ich war beim Arzt, da hieß es, mein Innenband sei zu schwach. War dann beim Physiotherapeuten und wir haben einiges versucht. Aber es wurde immer schlimmer. Bin aber trotzdem den Einstein-Triathlon in Ulm im Juli 2016 mitgelaufen. Das war dann aber mein letzter Triathlon. Da tat das Knie schon verdammt weh. Ich hab‘ mich dann also operieren lassen und als ich aufgewacht bin, sagte der Arzt: Das Kreuzband hing am seidenen Faden. Ich denke, dass ich mir das irgendwann mal angerissen hab‘ ohne es zu merken. Danach habe ich eben ein neues Kreuzband bekommen. Es wurde implantiert aus Teilen meiner Beinsehnen.

Und jetzt? Spürst du das noch?
Liz: Nein. Eigentlich gar nicht. Aber meine Muskeln haben ganz schön abgebaut. Ich habe in der ersten Zeit nach der OP mein Bein nicht nach hinten oben heben können. Aber es geht aufwärts.

Wenn man täglich intensiv Sport treibt und dann eine Verletzung hat – ist das nicht Horror, plötzlich eine lange Zeit keinen Sport mehr machen zu dürfen?
Liz: Das dachte ich auch erst. Aber ich war sehr gelassen und unfassbar geduldig. Und um ehrlich zu sein: Die Pause tat auch mal gut. Sie hat mir gezeigt, dass man gut auf seinen Körper aufpassen sollte. Mir hat es sogar irgendwann für meinen Körper leidgetan, dass ich ihn so kaputt gemacht habe. Ich schätze jetzt viel mehr, dass ich überhaupt Schwimmen, Radfahren und Laufen kann.

Welche dieser drei Sportarten machst du denn am liebsten?
Liz: Laufen. Auf jeden Fall. Da kann man seine Schuhe anziehen und direkt von der Haustüre aus loslaufen. Ich hab‘ meine Ruhe. Ich mag Fahrradfahren ja eigentlich auch, aber ich hasse es, Fahrradfahren zu trainieren – wenn man auf die Radwege angewiesen ist, die meistens scheiße sind. Und dann fährt man auf der Straße und da regen sich die Autofahrer auf.

Und wie schaut’s mit Yoga aus?
Liz: (lacht) Ja. Beziehungsweise wurde ich dazu gezwungen. Ich war vor drei Jahren in Amerika im Nike-World-Head-Quarter. Da haben wird an einer Stunde teilgenommen. Das war schrecklich – aber vielleicht lag es daran, dass ich eh schon Muskelkater hatte. Und ich bin einfach nicht so zum Stillsitzen geeignet.

Aber so viel Stillsitzen ist Yoga eigentlich gar nicht…
Liz: Ja, ich weiß. Die Stunde war auch voll anstrengend. Aber ich muss irgendwie raus zum Sport machen. Mich fortbewegen. Abwechslung haben. Und ich bin auch einfach nicht so gelenkig. Und da ich eh schon so viel Sport die Woche mache, hätte ich auch gar keine Zeit mehr für Yoga.

Wenn schon nicht Yoga, würdest du dann Schwimmen, Radfahren oder Laufen als Meditation bezeichnen?
Liz: Hm. Also beim Schwimmen im Hallenbad rege ich mich eher oft auf – wenn zu viele Leute auf den Bahnen sind. Beim Radfahren ist das ähnlich, wenn die Strecke nicht passt. Aber beim Laufen kann ich so richtig abschalten. Oder auch wenn ich im See schwimme und das Wasser gluckern höre.

Auf deinen Instagram-Bildern sieht man dich recht oft in den Bergen, ganz allein in der Idylle deinen Bahnen ziehen. Ist das für dich der Place-to-be?
Liz: Ja. Definitiv. Das ist meistens am Gardasee. Den liebe ich einfach. Mein Freund und ich sind da oft. Man ist in viereinhalb Stunden in einer komplett anderen Welt.

Deine Liebe zu Bergen geht bei dir auch unter die Haut. Du hast dir kürzlich ein Tattoo am Oberarm stechen lassen…
Liz: Ja, genau. Es zeigt die Höfats in den Allgäuer Alpen, den Mount Hood in Amerika und den Teyde auf Teneriffa.

Du teilst dein Leben mit vielen Menschen – um genau zu sein mit 40.000 Follower bei Instagram. Haben dich bereits Firmen entdeckt, die dich sponsern?
Liz: Ja. Ich bekomme Laufsachen von NewBalance, Schwimmanzüge von Orca und ein geliehenes Rad von Ridley. Aber die ganze Instagram-Sache war gar nie geplant. Ich habe da angefangen als ich 18 war und mache es eben immer noch. Ich liebe fotografieren eben.

Und wer macht dann die Fotos von dir beim Laufen oder Schwimmen?
Liz: (lacht) Die Frage bekomme ich oft gestellt. Ich mache sie selbst. Mit meinem Handy und mit der GoPro-Kamera. Die kann man zum Sport mitnehmen.

Wenn du so zurückdenkst, was war so deine krasseste Erfahrung in Sachen Sport?
Liz: Das war vor drei Jahren in Amerika. Ich war mit einigen anderem vom Instagram-Account „Voltwomen“ bei einem Staffellauf vom Mount Hood zur Küste nach Oregon (Hood2Coast). Zwölf Leute laufen dabei über 320 Kilometer in etwa 26 Stunden. Das war da als ich das erste Mal Yoga gemacht habe (lacht)…

Und? Lust, es doch mal wieder auszuprobieren?
Liz: Ja. Aber im Moment macht mein Knie noch nicht mit. Das trainiere ich jetzt erstmal wieder, damit ich wieder Triathlon laufen kann.

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