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Interviewoo mit wampediboo: Yoga-Lehrerin Nadja Ehlert aus Memmingen

Gepostet am Mrz 12, 2017 von in Allgemein, Yoga | 1 Kommentar

Sie ist bunt und voller Energie. Ihre Instagram-Bilder zeigen sie an den Stränden Sri Lankas, in den Straßen Vietnams und beim Tanzen in ihrer Heimatstadt. Nadja Ehlert (24) ist überall und doch immer genau da: beim Tanzen und Yoga-machen. Beides unterrichtet sie in Memmingen und Isny, außerdem wurde sie bereits fürs Happinez-Magazin abgelichtet. Sie ist eine derjenigen, die anderen Lust auf Bewegung machen. Dabei sagt sie von sich selbst, dass sie aus einer Art Leichtsinn zum Yoga kam. Warum und weshalb Instagram eine große Rolle spielt, erzählt sie im Interviewoo mit wampediboo.

Instagram ist voll von Möchtegern-Gurus, Sinnsprüchen für Wandtapeten und nur ein paar echten Yogis. Du selbst bist sehr aktiv im Netzwerk. Echtes Yoga und Bilder-Posten – passt das deiner Meinung nach zusammen?
Nadja: Instagram ist das Medium, mit dem man die Leute erreicht. Durch Bilder. Ich mache gerne Fotos und habe Freude an anderen Fotos. Mit Yoga hat das Posten einzelner Haltungen nichts zu tun. Jedoch inspirieren mich die Fotos. Sie bringen andere vielleicht dazu, Yoga mal auszuprobieren.

Süchtig?
Nadja: (lacht) Ich bin schon viel bei Instagram, das muss ich zugeben. Aber es macht mir eben Spaß. Und ja, vielleicht hat das Ganze auch etwas mit Bestätigung-bekommen zu tun. Da muss ich schon ein bisschen aufpassen. Das gebe ich zu. Ich bin jemand, der  gern im Mittelpunkt steht. Und da genieße ich schon die Aufmerksamkeit im Social Media… Vor allem beim Reisen poste ich immer recht viel.

Sri Lanka, Bali, Thailand, Indien, Hong Kong, Vietnam: Irgendwie bist du immer unterwegs…
Nadja: Ich fliege schon Mitte April wieder nach Thailand (lacht)! Für August plane ich eine intensive Yogapraxis – irgendwo wo es warm ist. Weiß aber noch nicht, wo’s hingehen soll.

Wo machst du mehr Yoga: zu Hause oder in fremden Ländern?
Nadja: Wenn ich reise. Direkt zu Hause übe ich kaum. Im Yogastudio YOGAIN in Memmingen*, in dem ich selbst auch unterrichte, übe ich einmal wöchentlich Ashtanga Yoga – (viel zu wenig!)

Die Antwort kam jetzt aber schnell!
Nadja: Ja, weil ich zugeben muss, dass ich zu Hause neben meinem Yoga-Unterricht das eigene Yoga-Machen ein bisschen vernachlässige. Meine Yoga-Matte steht zwar immer im Bad (weil ich da eine Fußbodenheizung habe…), aber nur nach Laune rolle ich die da aus. Ich bin recht undiszipliniert.

Wie bist du denn eigentlich zum Yoga gekommen?
Nadja: Während der Tanzausbildung. In der Zeit hatten wir Yoga-Unterricht. Allerdings war das eher Power-Yoga: kraftvolle Asanas, so anstrengend wie möglich. Es ging mehr um den Kraftaufbau, als um „Finde-deine-innere-Ruhe“. Ich wusste aber, dass Yoga mehr ist und wollte das eben genauer rausfinden. Daher ging ich im Januar 2014 nach Goa (Indien) zu Soul & Yoga. Hatte ehrlich gesagt zuvor keine intensive Praxis.

Keine intensive Praxis? Klingt wie ein Sprung ins kalte Wasser…
Nadja: Das war es definitiv auch. Und jetzt wenn ich so daran zurückdenke, merke ich, wie leichtsinnig ich dabei war. Ich habe mich da einfach angemeldet, ohne wirklich zu wissen, was Yoga ist. Habe mich nicht genau damit auseinandergesetzt. Wusste nicht, wie ein Sonnengruß geht. Mir war eigentlich überhaupt nix klar, ich bin da blauäugig hin. Aber das passt schon irgendwie zu mir. Ich mache oft Dinge, ohne zu wissen, was da auf mich zukommt.

Hast du dir dann irgendwann fest vorgenommen, Yoga-Lehrerin zu werden?
Nadja: Nein. Das kam schleichend. Ich wusste während meiner Schulzeit lediglich, dass ich tanzen will. Das mache ich ja seit ich fünf bin. Habe dann die Fachoberschule abgebrochen, weil ich an der Iwanson (International School of Contemporary Dance) in München angenommen wurde. Da war ich 17. Mit 19 war ich da fertig und habe irgendwann danach gemerkt: Das reicht mir nicht. Das mit dem Yoga blieb mir immer im Hinterkopf. Erst während der Yoga-Ausbildung ist mir dann klar geworden, wie schön ich das find’ und wie gern ich das weitergeben möchte.

Yoga und Tanz – geht das?
Nadja:
Klar. Im Tanz befrei ich mich von schlechten Emotionen. Genau so wie beim Yoga. Es ist wundervoll, seinen Körper zu bewegen und sich im Tanz auszudrücken zu können. Beim Tanz geht es oft aber um den Wettbewerb, ums Besser-sein als andere. Das hat mich während meiner Ausbildung oft sehr frustriert. Yoga ist da ganz anders: Denn beim Yoga ist ein ganz klarer Aspekt, dass es eben nicht darum geht, dass du Dinge kannst. Sondern darum, das Ego auszuschalten, mehr bei dir zu bleiben. Ich glaube, deswegen hat es mir nicht gereicht, nur Tanz zu unterrichten. Ich wollte etwas machen, bei dem es drum geht, so sein zu dürfen, wie man ist. Dass du eben nicht deinen Haxen bis zur Nasenspitze hoch bringst. Diese Philosophie wiederrum versuche ich in meinen Tanzunterricht zu bringen.

Wie?
Nadja: Ich versuche, eben nicht so eine Arschloch-Tanzlehrerin zu sein, die nur kritisiert. Ich will das Training so gestalten, dass jeder seine Stärken und Schwächen haben darf.

Warum probieren Leute Yoga aus und warum bleiben sie dabei?
Nadja: Naja, Yoga ist eben vielen ein Begriff. Viele Leute denken, dass probier ich halt mal aus, um zur inneren Ruhe kommen zu können. Oft muss man allerdings mehrere Yoga-Stile ausprobieren, um herausfinden, was zu einem passt. Und vor allem – welcher Lehrer einen überzeugt und inspiriert.

Findest du, dass jeder Yoga machen kann?
Nadja:
Ja – mit dem richtigen Lehrer und dem passenden Stil. Zudem spielt es eine Rolle, ob die 80-jährige Yoga-Anfängerin ihr ganzes Leben auf sich und ihren Körper geachtet hat oder nicht (zB: Ernährung). Denn im hohen Alter wird es dann vielleicht schwierig, einen täglich Burger-Essenden Menschen zu einem gesunden Lebensstil zu bewegen. Aber auch dies ist möglich.

Gesunder Lebensstil ist also deiner Ansicht nach Yoga.
Nadja: Natürlich. Für mich ist das eine Art Lifestyle/Lebensweg. Yoga ist viel mehr, als nur Asanas praktizieren.

Wie weit geht dieses Bewusstsein bei dir: Eigentlich gehört zum Yoga ja auch das Verhalten in der Welt oder dir selbst gegenüber. Ganz nach Patanjalis acht Stufen. Würdest du sagen, du hältst dich daran?
Nadja: Hmmm. Ganz streng lebe ich nicht danach. Aber ich versuche schon, beispielsweise nicht schlecht über andere zu reden. Immer klappt das nicht…

Du unterrichtest Vinyasa-Yoga. Das sind Asanas, die fließend ineinander übergehen. Wie im Flow. Wer kann deiner Meinung nach Vinyasa machen?
Nadja:
Anfänger sollten nicht zum Vinyasa-Yoga kommen. Leute sollten zuvor am Besten schon Yoga gemacht haben und vertraut mit vielen Asanas sein. Denn ich gebe eher allgemeine Korrekturen, da ich viel selbst vormache. Das bedeutet aber nicht, dass das im Vinyasa- Yoga unbedingt so üblich ist. Ich persönlich mache einfach gerne mit, weil ich so kreativer sein kann. (Ich erstelle die „Flows“ oft sehr spontan…)

Tanzen ist Bewegen zu Musik. Wie wichtig ist die Yoga und Musik?
Nadja: Ich baue Musik immer in meine Yoga-Stunden ein, überlege mir Playlists, die Sinn machen. Musik ist mir sehr, sehr wichtig. Ich verwende gerne „moderne“ Musik. Ich finde es unterstützend für mich und die Schüler. Es motiviert, es bringt Freude und beruhigt in den Schlusshaltungen.

Yoga wird als Gesundheitssport beschrieben. Jeder könne Yoga machen, heißt es immer. Sag mal: Hast du bereits körperliche Grenzen gespürt?
Nadja: Ja. Ganz klar in der Hüfte. Sie schmerzt bei manchen Bewegungen. Und da ist meine Schwäche: Ich ignoriere das oftmals.

Ziemlich unyogisch eigentlich…
Nadja: Ich weiß. Das würde ich auch keinem meiner Schüler empfehlen, über den Schmerz hinweg, in die Übungen zu gehen. Aber das muss ich eben noch lernen…

Zurück zum Daily-Business. Wie sieht dein Tag als Tanz- und Yoga-Lehrerin aus?
Nadja: Ganz unterschiedlich. Da meine Arbeit meist nachmittags beginnt, kann ich mir den Tag selbst einteilen. Einen Wecker stelle ich mir nur montags, dienstags und sonntags. Da habe ich morgens schon Yoga-Programm, denn am Montag übe ich selbst im YOGAIN*, am nächsten Tag und am Sonntag gebe ich Stunden. Und abends unterrichte ich in der Schule für Ballett und kreative Tanzkunst – Uschi Buhmann* in Memmingen und in der Balletschule Kiwi in Isny. Und neuerdings gebe ich auch Dienstagabend Vinyasa Yoga in der Körperschule in Isny.

Wie geht’s yogisch bei dir weiter?
Nadja: Erst einmal werde ich ab Mai Fly-Yoga in Isny unterrichten. Also Yoga in oder mit einem Tuch, das von der Decke hängt. Da freue ich mich schon richtig drauf. Ansonsten, hm, naja, im August werde ich dann noch was machen, da habe ich frei, weil die Tanzschule da Ferien hat. Aber wer weiß, wo’s hingeht… mal sehen…. Warm muss es sein!

* Update am 14. Januar 2018: Nadja unterrichtet nicht mehr im Yoga In und in der Ballettschule Uschi Buhmann – denn sie eröffnet bald ihr eigenes Studio in Memmingen.

 

1 Kommentar

  1. Zwei Gleichgesinnte, tut euch zusammen!
    Auch toll, Yoga auf dem Kopfsteinpflaster in den Altstadt Memmingens

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  1. Servus, Shiva! – Yoga-Retreat in Griechenland | Wampediboo - […] habe Nadja kennengelernt, als ich sie für wampediboo.de interviewet habe. Das war 2017. Ein Jahr später haben wir uns wieder…

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