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Kindheitserinnerungen

Gepostet am Mrz 29, 2017 von in Yoga | 3 Kommentare

Kindheitserinnerungen. Ich sehe mich als Siebenjährige mit Pony, der vom Hinterkopf bis knapp über die Augen reicht, und braunen Zöpfen, die irgendwo am oberen Kopf entspringen. Mamas Maßarbeit. Vor meinem geistigen Auge isst meine Familie zu Abend – Brotzeit eben. Und ich turne wie der Duracell-Hase auf dem Boden – völlig unbeeindruckt von der Außenwelt, vom kratzigen Teppich im 90er-Jahre-Blumenmuster, von den zwei Quadratmetern Platz zwischen Papas Stuhl und Wohnwand. Und da auf dem Fußboden im Wohnzimmer meines geistigen Fotoalbums mache ich dasselbe wie heute in der Yoga-Stunde: die Kerze. Nur wird es ganz dort Schulterstand genannt – oder  eben ganz yogisch Salamba Sarvangasana.
Wie easy das damals war. Manchmal habe ich das im Bett mit den Füßen gegen die Dachschräge gemacht. Manchmal ganz ohne die Unterstützung meiner Arme. Anstrengend? Nä, nie. Als Kind ging das alles so easy. Rolle rückwärts und stehen, Rolle vorwärts und wieder die Beine hoch. Und jetzt frage ich mich nicht nur, wo meine Schultermuskeln sich versteckt haben, sondern auch, ob ich meinen Nacken jemals wieder spüren werde (**UPDATE vom Tag danach: Ich wünsche mir, ihn nicht mehr zu spüren).

Vom Kinderlachen zum „Uffff“ 

Vom Kind zum Yoga-Lehrer – und irgendwie sah das beim Teacher-Training in Indien dennoch aus wie im Sportunterricht der fünften Klasse (und das lag nicht nur am Ethno-Shirt meines Lehrers). Wenn ich so die Bilder der Yoga-Lehrer-Ausbildung durchklicke, muss ich lachen: Wie viel Mühe sich diese zwölf Möchte-gern-Yogis da auf dem Foto geben. Kopfüber, knallrotes Gesicht – schaut alles andere als federleicht aus. Und anstatt Kinderlachen höre ich wieder lautes „Puhhh“ und „Ufff“ durch den Raum hallen.

Tägliches Yoga – ohne es gewusst zu haben

Und jetzt wo ich so drüber nachdenke, habe ich früher eigentlich immer „Yoga“ gemacht: den „Yoga-Sitz“ (Lotussitz) habe ich zum Beispiel geliebt. Beine gebrezelt, Füße irgendwie eingeklemmt – auf den Knien bin ich so durchs Wohnzimmer gerobbt. Und nein, Drogen waren nicht im Spiel.
Mein Bewegungsdrang reichte dann noch von der einfachen Vorbeuge bis zur Brücke (yogisch genannt Chakrasana), zum Handstand, zum Kopfstand und zum Spagat sogar bis zum Handstand mit fancy Beinbewegung. Meine Brüder haben das mit hochgezogenen Augenbrauen und Kopfschütteln im vorbeilaufen quittiert.

Und was davon übrig ist…

Und was ist davon heute übrig geblieben? Beweglichkeit?! Mhhh, ne. Spaß?! Ja, dann nämlich wenn ich daran denken muss, wie verdammt federleicht das damals alles geklappt hat und wie buckelig ich heute daher komme. Und die Brüder? Die schauen heute immer noch etwas verwundert, wenn sie mich kopfüber irgendwo stehen sehen. Aber heute sag‘ ich dann nur: Na, dir würd‘ ein bisschen Biegen auch nicht schaden…

3 Kommentare

  1. Der Benjamin Blümchen Pulli ist toll!

  2. Wunderbar der Bezug vom kindlichen Bewegungsdrang zum Yoga!
    Holt euch die Leichtigkeit zurück!

  3. Uff – die Ausbildung in Indien schon Vergangenheit wie die Kindheit auch. Nimm das Gute mit….
    Yoga mit Kindern, was für ein Spaß!

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