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Ommmm – was bedeutet das eigentlich?

Gepostet am Mai 20, 2018 von in Allgemein | Keine Kommentare

Ommmmmmmm. Noch immer hallt der tiefe Klang im Raum nach. In meinem Kopf summt es. Am Po zwickt es. Und im Knie schmerzt es heute ein bisschen. Aber in diesem Moment habe ich alles um mich herum vergessen. Das dritte Om vibriert durch den Raum. Ich omme laut mit, muss schmunzeln und an meine Eltern, Geschwister und den unyogischen Teil meiner Freunde denken, die spätestens zum Zeitpunkt des Oms davon überzeugt wären, dass ihre Tochter, Schwester und Freundin in anderen Sphären schwebt. Für viele ist der stereotype Klang (und Yoga generell) eine hoch spirituelle Sache. Zeit, dem Brummen der Yogis auf den Grund zu gehen:

  • Was ist Om?

    Om ist ein Mantra. Also ein sich wiederholender Gesang, eine Art Gebet oder Bittgesang. Hindus sehen Om als den Klang des Urknalls, der das Bewusstsein und die Materie vereinte. Spiritueller Hokuspokus? Von wegen. Die hinduistische Lehre ist demnach gar nicht so weit von der astrophysischen entfernt, wonach Energie und Materie im Urknall vereint wurden.

  • Was bedeutet Om?

    Eigentlich besteht der Laut nicht nur aus zwei Buchstaben, sondern aus drei: A – U – M. Jeder Buchstabe steht für einen der Hauptgötter des Hinduismus und somit jeweils für einen anderen Teil im Zyklus des Universums: A steht für Brahma (den Schöpfer), U steht für Vishnu (den Erhalter) und M steht für Shiva (den Zerstörer).

  • Om im Yoga?

    Symbolisch steht der Klang für den Beginn der Praxis (Brahma) und für unsere Disziplin (Vishnu). Und Shiva, der Zerstörer? Der ist im Yoga und in der Asanapraxis (also der körperlichen Praxis) sehr wichtig. Denn mit jedem Zerstören/Beenden beginnt etwas Neues. Übertragen steht das M also für Abschied und Losgelöstheit, für das Nicht-Anhaften an Wünschen oder an Luxus. Nicht umsonst sagen viele Yogalehrer/innen immer und immer wieder, dass es ganz egal ist, im Baum umzufallen, oder seine Zehen in der Vorbeuge nicht berühren zu können. Nur wer nicht krampfhaft an dem Ziel festhält, wird es später umso intensiver erreichen.
    Meist wird Om zu Beginn der Yogastunde gesungen – wie der Gong in der Schule. Denn spätestens beim Om wissen alle: Jetzt geht’s los. Das Mantra gemeinsam zu singen, eint somit die Praktizierenden.

  • Welche Auswirkungen hat das Om?

    Habt ihr schon mal geomt? Nein? Dann macht doch mal kurz. Von ganz tief unten und für gut zehn Sekunden. Der Klang erzeugt Vibrationen im Körper, die den Geist beruhigen. Außerdem schafft der monotone, tiefe Klang ein wohliges Gefühl. Oder was sagt ihr, wenn das Essen schmeckt? Mmmmhh?

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