Navigation Menu+

Wampediboo beim Physio – heute: Stadtplanung und twerkende Muskeln

Gepostet am Apr 14, 2017 von in Allgemein, Gesundheit, Yoga | Keine Kommentare

In der heutigen Lerneinheit widmen wir uns frei nach Goethes Faust kurz gefasst dem, was den Muskel im Innersten zusammenhält. Begeben wir uns hierfür ins Jahr 1986, setzen uns in die von Albert Barillé geschaffene Transportkapsel von “Es war einmal … das Leben” und reisen mit einem Männchen, das den Rauschebart wohl erfunden hat, in die kleinste Einheit der Skelettmuskulatur: das Sarkomer.

Ab in die Greif-Loslass-Wohnsiedlung im Reihenhausformat

Sarkomere sind wie Haushälften einer Reihenhaussiedlung direkt aneinander gebaut und ihre Bewohner hören u.a. auf die Namen Myosin und Aktin. Myosin und Aktin können sich ziemlich gut leiden und deswegen “greifen” sie einander sehr gern an, wenn das Telefon (Aktionspotential) klingelt. Werden nun mehrere aus der Siedlung gleichzeitig und/oder schnell hintereinander angerufen, entsteht ein Greifen, das außerhalb der Häuser sichtbar wird. Der Muskel “kontrahiert”, er “zieht” sich zusammen. Diese Kontraktion führt jedoch noch nicht zu einer wahrnehmbaren Bewegung, also nicht zu einer Annäherung von Ursprung und Ansatz des Muskels, sondern “lediglich” zu einer sichtbaren Spannungserhöhung. Vergleichbar zu einem Schlauchboot, das mit zunehmendem Füllstatus und schwindender Puste immer praller wird. In der Muskelphysiologie wird diese Kontraktionsform als isometrische Kontraktion beschrieben. Soll die entstandene Umarmung/Isometrie jetzt länger anhaltend betrieben werden, müssen sich die Bewohner beim Hugging abwechseln, weil ein Aktin-Myosin-Paar allein nicht genügend Ausdauer besitzt. Demzufolge lösen sie ihre Verbindung nachdem sich das Nachbarpärchen umgriffen hat. Das Loslassen des Greif-Loslass-Zyklus setzt ein. Allerdings mit einer kaum sicht- oder spürbaren Veränderung der Muskelspannung, weil innerhalb des Sarkomers benachbarte Pärchen am kuscheln sind.

Herr Kapellmeister: Musik!

Soll eine Bewegung im Muskel stattfinden, dann müssen sich Aktin und Myosin während des Andockens aneinander vorbeischieben und fein abgestimmt im Greif-Loslass-Beat über das Muskelparkett twerken (intramuskuläre Koordination). Eine Annäherung beider Muskelenden findet statt und es zeigt sich eine sichtbare Bewegung. Der Muskel zeigt eine konzentrische Kontraktion. Das kontrollierte Loslassen mit wechselnden Festhaltephasen, das viele vom Hängen an der Reck- oder “Pull-up”-Stange kennen, kann über den umgekehrten Weg zur Konzentrik beschrieben werden. Diese Kontraktionsform wird als Exzentrik oder dem Wortlaut nach etwas widersprüchlich als exzentrische Muskelkontraktion bezeichnet.

Raus aus der Transportkapsel und rein in die Zusammenfassung. Muskeln sind super spezialisierte Gewebsstrukturen, die in der Lage sind mit Hilfe von Botenstoffen, zu kontrahieren. Dies ermöglicht unserem Körper, u.a. einzelne Abschnitte des Knochenskeletts in Position zu halten und zu bewegen. Gezielte Konditions- und Koordinationsübungen rund um die Asanas und v.a. regelmäßige Wiederholung beherrschter Positionen sind notwendig, um ein funktionsfähiges Nachbarschaftsklima der Reihenhaussiedlung aufrecht zu halten. Wie wichtig eine fein abgestimmte und gut ausdauernde Muskelarbeit für eine Yogaeinheit ist, die nicht schadet, sondern der Gesundheit zuträglich ist, braucht an dieser Stelle wahrscheinlich nicht weiter erklärt werden…

#staywampedi

 

Keine Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. Wampediboo beim Physio – heute: Hinterschinken vom Schwein und der verflixte Oberschenkel | Wampediboo - […] Wampediboo beim Physio – heute: Stadtplanung und twerkende Muskeln […]

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.