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Indien: Mein erstes Mal – und was davon eigentlich übrig geblieben ist

Gepostet am Okt 26, 2017 von in Allgemein | Keine Kommentare

Sieben Monate, Kühe auf Weiden und intakte Autos auf intakten Straßen später. Deutschland kann so normal sein. Sieben Monate ist mein letztes Teacher Training in Rishikesh (Indien) her. Und die Welt scheint sich ganz deutsch weiterzudrehen. Jetzt wollte ich mal wieder die Indien-Dosis wie ein Kaffee-Junkie seinen Koffein-Kick am Morgen. Bei meiner Ankunft hier in Goa habe ich mal die letzten sieben Monate hinterfragt: Was ist vom ersten Mal eigentlich übrig geblieben? Das ständige Hupen hatte ich mit einer Fahrt auf Deutschlands Straßen schnell wieder verdrängt und dass Kühe bei uns keine streunenden Katzen sind schnell wieder gelernt. Was hast du mir dann also gegeben, liebes Indien? Nun, ‘ne ganze Menge. Ich habe Freunde gefunden und Dinge fürs Leben gelernt. Rishikesh im Februar 2017 war toll! Für einen Monat nur Yoga, Yoga, Yoga. Mit Leuten, die ähnliche Gedanken hatten wie ich, die Yoga auch unbedingt begreifen wollten, die auch unbedingt den Handstand meistern und auch unbedingt in der Mediation still sitzen wollten.

Zwischen Yoga machen und Yoga machen

Diese vier Wochen Yogalehrerausbildung haben mir so unglaublich viel gegeben: Ich meine, man kann eine Matte ausrollen und Yoga machen, ins Studio gehen

Üben im Shala in Rishikesh

und eine Stunde lang die Welt vergessen. Und man kann eben Yoga machen. Die Welt vergessen – aber sich dessen bewusst sein. All die – Achtung spirituelles Geschwafel – Achtsamkeit und Bewusstsein beginnt, so finde ich, eben ganz banal: am eigenen Körper. Mir hat die Ausbildung gezeigt, dass ich zwar 26 Jahre alt und fit sein kann, aber deshalb noch keine gute Yogini. Vor allem keine gesunde.

Dehnen und Strecken auf Biegen und Brechen

Dehnen und Strecken auf Biegen und Brechen war für mich anfangs easy möglich. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem der Körper sagt: Nett, was du da machst, aber gut tut das nicht. So war das bei mir – nach Rishikesh. In diesem Monat habe ich jede Yogapose ausprobiert, das Know-How bekommen. Doch erst hinterher habe ich wirklich gecheckt, was es heißt: Jeder Körper ist anders. Ich habe angefangen, nicht mehr ausschließlich drauf zu achten “Wie viel Biegen geht noch?” sondern “Wie viel Biegen geht noch, sodass mein Körper es auch gut findet?”

Klar, natürlich habe ich auch viele Sanskrit-Bezeichnungen gelernt, viel Yoga-Philosophie – und ich weiß jetzt, wie wichtig mir Yoga ist. Aber mich selbst kennenzulernen, mein Körperbewusstsein auszubauen, war viel, viel vordergründiger. Auch wenn sich das mal wieder nach Yoga-Tante mit zu viel Räucherstäbchen im Hirn anhört: Es war/ist tatsächlich so. Probiert es aus.
Und dann wäre da ja noch die Sache mit dem straffen Programm und dem frühen Aufstehen…

200 hr TTC in Rishikesh

6 Uhr aufstehen – kein Problem… Nicht!

Wie so ziemlich jeder Teilnehmer einer Yogalehererausbildung habe auch ich mir vorgenommen: Zuhause in Deutschland stehe ich künftig früher auf. Und wirklich: Es tat so wahnsinnig gut, früh morgens aufzustehen, den Tag mit Yoga zu beginnen und schon um 8 Uhr das Schon-etwas-getan-Gefühl zu haben. Njoa, nur leider ist es früh morgens in Deutschland – außer vielleicht an zwei Tagen im Jahr – recht kalt, das Bett viel zu kuschelig. Genau fünf Tage hat mein Vorhaben daher angehalten. Dann war ich einfach viel zu faul. Ja, ich weiß, morgens zum Sonnenaufgang ist die beste Zeit, Yoga zu machen. Aber das erste, was ich mir dann denke, ist: Die Schlummer-Taste ist ja fast wie Yoga. Und: Hunger. Und irgendwann musste ich mir eingestehen: Ich bin keine Morgen-Yogini.

Nun einige Monate später, belasse ich es einfach beim Yoga-wann-auch-immer. Und das klappt verdammt gut. Zumindest in Deutschland. Jetzt bin ich erstmal wieder im Indien-Modus. Warum? Antworten gibt’s im vorherigen Post.

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