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Yoga in Indien – Teil 3: Der mysteriöse Guru-Vogel

Gepostet am Feb 20, 2017 von in Reise, Yoga | 1 Kommentar

Okay. Zuerst muss ich sagen: Ich bin ein recht praktischer Mensch. Muss mir Sachen erklären können, wenn das nicht geht, muss ich sie selbst erfahren. So viel dazu. Und jetzt in Rishikesh in dieser trashigen Unterkunft, deren Innenleben irgendwas zwischen Jugendherberge aus den 70er Jahren und Knast gleichsieht, taucht dieser mysteriöse Vogel auf. Ein ganz gewöhnlicher eigentlich. Ein Spatz. Braun-graues Gefieder. Faustgroß. Doch er ist eben immer da – zur gleichen Zeit, am gleichen Ort. Ist er vielleicht tot? Ausgestopft?! Nein. Er fliegt ja auch wieder weg – zur selben Zeit, durch das selbe Loch im Dach. Aiman Abdallah hat sicher in den letzten zehn Jahren drei bis fünf Galileo-Beitrage dazu anmoderiert und vielleicht handelt es sich dabei tatsächlich nur um einen ganz gewöhnlichen Tierinstinkt, einen Tagesrhythmus, oder einen Geruch, dem der Spatz nachgeht – keine Ahnung, aber irgendwie ist dieser Vogel seltsam.

Das erste Aufeinandertreffen

Das erste Mal kam er vergangene Woche. Die zwei Stunden Vinyasa Yoga am Nachmittag waren vorbei, wir rollten unsere Matten zusammen, räumten unsere Flaschen, Blöcke und eben alles weg, was noch so rum lag. Für die anschließende Philosophie-Stunde setzten wir uns im Halbkreis – wie in all den nachfolgenden Tagen auch – vor die Tafel. Ein paar recht laute Flügelschläge später entdeckte ich das kleine Federtier dort oben im Regal sitzen. Nur ein Vogel, dachte ich. Und: Ob der kleine Spatz wohl wieder rausfindet?! (Am nächsten Tag war klar: Ja, aber es muss ein Kampf gewesen sein – auch gegen seinen Darm. Er hatte den Boden vollgevogelkotet…)

Ein kleiner Starker, dieser Spatz

Naja, jedenfalls – nächster Tag, 18 Uhr, Philosophie. Während der Mann mit der angenehm tiefen und ruhigen Stimme von den Ursprüngen des Yogas und Sage Patanjali erzählt – flatter, flatter – sitzt er da. Still und leise. Der Stalker-Spatz.
Nächster Tag. Spatz nicht da. Vorbei der Spuk. Nix da. An all den fünf darauffolgenden Tagen sitzt er wie vereinbart im obersten Regalfach und lauscht. Sorry, aber das ist echt irgendwie zu spooky. Nach Tag drei mit Vogel habe ich die anderen auf unseren speziellen Gast aufmerksam gemacht. Auch die konnten/können das irgendwie nicht glauben. Sitzt der Vogel nicht nur dort oben, sondern hat nicht auch jeder von uns einen im Kopf?!

Vibes und so

Mr. Voice alias Philosophie-Lehrer erklärt uns das mit einem milden Lächeln – wie es Yoga-Philosophie-Lehrer mit wehenden safranfarbenen Leinenhemden eben haben müssen: Der Vogel spüre die Vibes hier im Raum, vielleicht war er in seinem vorherigen Leben ein Guru oder er ist einer. Jedenfalls: Eine praktische Erklärung wird es dafür wohl nicht geben. Ich glaube, man muss den Guru-Vogel selbst gesehen haben, um nicht zu denken, wampediboo ist gaga… Auf den Boden der Tatsachen holt dann doch das Eindeutige auf jenem im Yogaraum: Vogelkot. Zweifellos zu erklären: Unverdauliche Reste des Mageninhalts.

1 Kommentar

  1. Das kann ich nicht ohne Kommentar stehen lassen.
    Tiere reagieren natürlich instinktiv, zu bleiben ohne Futter im Raum? So kann es nur die gute Schwingung sein, die Herzenergie, die da wohl fließt. Wie innen, so außen.

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