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Yoga von A bis Z: Das sind die verschiedenen Yogastile

Gepostet am Jan 14, 2018 von in Allgemein | Keine Kommentare

Wer ist diese Anusara? Hatha, Ashtanga und Yin sind ihre japanischen Freunde?!
Mhhh, ja, nicht ganz.
Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt so viele verschiedene Stile. Und manchmal steht man vor dem Kursplan eines Studios und denkt sich: Wo ist hierfür die Bedienungsanleitung?
Es ist aber sehr wichtig, vor der Stunde so ungefähr zu wissen, was da auf einen zukommt.
Denn wer eine super entspannte Stunde erwartet und im Vinyasa Yoga Level 3 landet,
wird wohl eher frustriert raus kommen.
Damit ihr aber ultra tiefenentspannt und voll im Yogamodus aus dem Studio spaziert, gibt’s hier eine Auflistung der Stile, von denen du zumindest einmal gelesen haben solltest:

  1. Hatha Yoga:

    Die Großmutter aller Yogaformen ist Hatha Yoga. Sie war da, bevor alle anderen Stile kamen und hat den Grundstein für die heutige Vielfalt gesetzt. Das „Ha“ in Hatha steht für Sonne, das „tha“ für Mond und übersetzt bedeutet das Wort Hatha „Kraft“. Es geht also um das Gleichgewicht der beiden Seiten, die sinnbildlich für die starke und die sanfte Seite unseres Körpers stehen. Hatha Yoga ist eine körperliche Yogapraxis, die aus verschiedenen Grundhaltungen besteht. Diese einzunehmen und zu halten gilt es. Hatha Yoga ist wohl die am verbreitetsten praktizierte Yogaform. Wer also heute in ein Studio geht, in dem Yoga auf dem Stundenplan steht, der landet vermutlich in einer Hatha-Klasse.
    Geprägt wurde dieser Stil im Lauf der Jahre von verschiedenen Lehrern, die ihre ganz eigene Form des Hathas daraus gemacht haben. B. K. S. Iyengar zum Beispiel. Von ihm gibt es Videos aus seinen Unterrichtsstunden, bei der mir die Kinnlade runtergefallen ist. Dieser (sehr) strenge Lehrer in seinen weißen Unterhosen, mit den grauen, langen Haaren und den Augenbrauen, die Theo Waigel sprachlos machen würden, ließ vermutlich selbst chinesische Turnmädchen staunen…
    Mein Tipp fürs Hatha Yoga: Ich finde, für Anfänger ist dieser Stil sehr gut geeignet. Man lernt die genaue Ausrichtung der Asanas (Positionen). (Was nicht heißen mag, dass Fortgeschrittene ihn nicht ausüben sollten: Ganz und gar nicht. Yoga ist ständiges Üben und gerade beim Hatha Yoga werden Körper und Geist gefordert, da man sich sehr auf eine Sache konzentrieren muss.)

  2. Ashtanga Yoga:

    Beim Ashtanga geht es darum, eine fest vorgegebene Übungsreihe nachzumachen. Der Gründer, Pattabhi Jois, entwickelte sechs davon – meist wird jedoch die erste gelehrt, die dann noch einmal aufgeteilt wird in den ersten Teil (etwas einfacher) und den kompletten (mit sehr komplexen, für Laien auch fragwürdig aussehenden Asanas).
    Mein Tipp fürs Ashtanga: Diese sehr streng wirkende Art des Yogas ist super angenehm, um eine immer wiederkehrende Abfolge zu bekommen, an der man üben kann. Im Ashtanga merkt man meines Erachtens sehr schnell die eigenen Fortschritte – sei es körperlich (á la „Juhuuu, ich bringe mein Bein hintern Kopf“) oder geistig („Bin ich bei der Sache?“).

  3. Vinyasa Yoga:

    Während es im Ashtanga um die strenge Übungsabfolge und im Hatha Yoga um die einzelnen Posen geht, steht im Vinyasa deren Verbindung im Vordergrund. Heißt: Fließende Bewegungen knüpfen eine Asana an die nächste. Und das ganze immer im Einklang mit dem Atem. Beispiel: Einatmend gehen die Arme nach oben, ausatmend beugst du einen Oberkörper nach vorn. Einatmend den Rücken gerade halten, ausatmend Bein anheben und nach hinten auf die Matte stellen usw. . So tanzt der Körper quasi durch die Yogastunde, dann spricht man auch vom „Vinyasa Flow“.
    Mein Tipp fürs Vinyasa Yoga: Dieser Stil ist was für Träumerle und gleichzeitig auch die, die sich verausgaben wollen (im Power Vinyasa zum Beispiel). Ich bin so einer… Ich liebe Vinyasa Yoga, weil man sich dabei ganz der Musik oder seiner Tagesform hingeben kann. Wenn man die „Regeln“ des Vinyasas kennt (also welche Übergänge es gibt und wie man seinem Körper keinen Schaden zufügt), dann kann das Ganze eine sehr sinnliche Yogaform sein, die einen die Zeit vergessen lässt.

  4. Yin Yoga:

    Es ist Sonntagabend und du suchst nach Entspannung? Willkommen beim Yin Yoga.  Dieser Stil wird hauptsächlich im Sitzen oder Liegen und mit einigen Atemübungen praktiziert und es geht vor allem um eines: tiefe Dehnung. Daher Achtung: Es gibt Momente beim Yin Yoga, da hasst man die nicht enden wollenden Minuten. Um diese geht es beim Yin: Man hält dehnende Asanas für einige Minuten und entspannt sozusagen in die Faszien hinein. Keine Muskelanspannung, kein Hineindrücken – es geht einfach ums Loslassen. Manchmal wird auch Yin und Yang Yoga angeboten: Damit ist die Verbindung der weiblichen (sanften) und männlichen (starken) Seite des Körpers gemeint. Es ist also ein Zusammenspiel aus An- und Entspannung.
    Mein Tipp fürs Yin Yoga: Yin ist perfekt für das Ende einer harten Arbeitswoche und/oder all diejenigen, die sonst einen sehr auspowernden Stil üben. Ihr findet, Yin klingt langweilig? Wartet bis zu dem Moment, an dem ihr mich verflucht, dorthin gegangen zu sein…

  5. Kundalini Yoga:

    Kundalini Yoga ist eine esoterische, tantrische Yogaform. Es geht grob gesagt darum, durch spezielle Übungen zu erreichen, dass die Kundalini (eine Kraft die am unteren Ende der Wirbelsäule sitzt) aktiviert wird und durch die Chakren nach oben (zur Kopfkrone) fließen kann. Das oberste Chakra, Sahasrara, steht für die göttliche Energie, für Erleuchtung. Um diese zu erreichen, werden in Kundalini-Stunden dynamische Bewegungen (mit Hatha-Positionen) geübt und Mantras gesungen.

  6. Bikram Yoga (oder auch Hot Yoga):

    Wie der Name schon vermuten lässt, kommt man beim Hot Yoga ganz schön ins Schwitzen. In zwischen 33 und 40 Grad warmen Räumen werden 26 Asanas und zwei Atemübungen (Pranayamas) geübt. Nicht in jedem Studio orientiert sich Hot Yoga am strengen Bikram Stil -manchmal bedeutet es einfach nur, Yoga (sei es Hatha oder Vinyasa) in einem  aufgeheizten Raum zu machen.
    Mein Tipp fürs Bikram Yoga: Hot Yoga ist eine tolle Abwechslung zum täglichen Yoga und ist vor allem im Winter super, um die starren Muskeln schnell in Schwung zu bringen. Wer zu Kreislaufproblemen neigt, sollte vorher und währenddessen viel Wasser trinken.

  7. Bowspring

    Verabschiedet euch von den klassischen Asanas, verabschiedet euch von strenger Ausrichtung, verabschiedet euch von statischem Verharren: Willkommen beim Bowspring! Zu deutsch „Bogenfeder“ – dieser Yogastil passt sich der natürlichen Form der Wirbelsäule an und orientiert sich an Bewegungsabläufen von Tieren oder Naturvölkern. Finale Haltungen lösen sich sozusagen auf und weichen einem federleichten, hüpfendem Tanz durch Körperhaltungen in alle Richtungen. Im Bowspring löst die duckende Katze den herabschauenden Hund ab. „Crouching cat“ sieht in etwa so aus: Komm in den Vierfüßlerstand, überlasse deine Wirbelsäule der Natur (also versuche nicht krampfhaft, den unteren Rücken gerade zu halten) und hebe dann deine Knie so etwa 30 Zentimeter an. Ich selbst habe bowspring noch nicht ausprobiert, habe aber in Berlin schon einige Studios gesehen, die Stunden oder Workshops anbieten.

  8. Acro Yoga:

    Acro. Nicht aggro. Um das gleich mal festzuhalten. Denn Acro kommt – Überraschung – vom Wort Akrobatik und bezeichnet akrobatisches Üben zu zweit. Heißt: Eine Person liegt beispielsweise am Boden und balanciert eine andere auf Händen und Füßen durch die Luft.

  9. Anusara Yoga:

    Ein noch sehr junger Yogastil ist Anusara. Erst 1997 wurde er in den USA „gegründet“ – von einem Lehrer, der zunächst den strengen Iyengar-Stil unterrichtet, der vor allem auf Ausrichtung und Kontrolle abzielt. Beim Anusara Yoga, wo ebenfalls alle Haltungen sehr präzise angesagt und aufgebaut werden, geht es zusätzlich noch um Gefühle. „Anusara“ heißt in etwa „sich nach etwas richtend“ (frei übersetzt: „dem Herzen folgend“). So wird in der Regel jede Stunde mit einem sogenannten „Dharma talk“, also einer spirituellen Vorbereitung auf die Stunde, eröffnet. Die Schüler sollen dann bei den Bewegungen die Energiekreisläufe des Körpers spüren.

  10. Jivamukti Yoga:

    Ebenfalls ein Hatha-Spross ist Jivamukti – der wilde, freigeistige Sohn wenn man so will. Denn beim Jivamukti werden Bewegungsabläufe tänzerisch (wie beim Vinyasa) ausgeführt, es wird viel gesungen und indische Musik gehört. Übersetzt heißt „Jiva“ „lebende Seele“ und „Mukti“ so viel wie „Befreiung vom Kreislauf von Tod und Wiedergeburt“.

  11. Aerial Yoga:

    Einfach mal rumhängen. Wer liebt das nicht? Dann probier einfach mal Aerial Yoga aus. Das ist nichts anderes als Yoga in von den Decken hängenden Tüchern. Mithilfe der Schwerkraft lässt sich besonders gut entspannen, da den Gelenken, auf denen täglich so viel Last ruht, einfach mal eine Pause gegönnt werden kann.

Alle Erklärungen, die ich euch hier gegeben habe,  sollen euch einen kurzen Überblick über die Stile geben. Jeder Stil ist so viel mehr, als nur fünf oder sechs Zeilen, die irgendein „Blogger“ im Internet schreibt. Wenn ihr also mehr  wissen wollt, dann schreibt mir einfach:

info@wampediboo.com oder hinterlasst mir hier einen Kommentar

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